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Umgang mit Medikamenten beim Älterwerden

Mit zunehmendem Alter werden häufig mehr Medikamente eingenommen. Das ist nicht ungewöhnlich, weil sie uns helfen, Krankheiten und verschiedene Altersbeschwerden zu lindern. Medikamente sind folglich keine Genuss- oder Suchtmittel, sondern in der Regel hochwirksame Heilmittel zur Linderung und Behandlung von Krankheiten.

Etwa 4-5% aller häufig verordneten Arzneimittel besitzen allerdings ein eigenes Suchtpotenzial!

Gut zu wissen

Eigene Medikamente, deren Wirkstoffe und Wirkungen kennen:

  • Welches Medikament muss ich wann einnehmen?
  • Wie heißt es und was bewirkt es?
  • Was muss ich wegen seiner Wirkung beachten (z.B. im Straßenverkehr oder mit Alkohol)?
  • Wie lange muss ich es einnehmen?
17.06.2019

Priscus-Liste

Bei welchen Wirkstoffen ist Vorsicht geboten?

Nicht alle Arzneiwirkstoffe sind gut für alte Menschen. Diese können im Alter spezielle Probleme auslösen und sollten daher möglichst nicht eingesetzt werden. Welches diese über 80 Wirkstoffe sind, führt die sogenannte Pricus-Liste auf.

Priscus-Liste in Kurzform - PDF zum Herunterladen
Quelle: www.priscus.net

13.06.2019

Tipps zum richtigen Umgang

Trinken Sie stets ausreichend Wasser oder andere nichtalkoholische Getränke, denn gerade ältere Menschen brauchen viel Flüssigkeit.
Ein Flüssigkeitsmangel kann die schädlichen Nebenwirkungen von Medikamenten erhöhen.

  • Die individuell empfohlene Trinkmenge kann bei jedem Menschen aufgrund möglicher Grunderkrankungen variieren.
  • Sprechen Sie am besten Ihre Ärztin, Ihren Arzt an!
  • Auch wenn Sie allgemein wegen Ihrer Medikamente verunsichert sind oder Fragen nach deren Sinn, Wirkungen und Risiken haben, sollten Sie sich bei IhrerÄrztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apothekerin, Ihrem Apotheker informieren und im Austausch bleiben.

Es ist hilfreich, einen Medikamentenplan zu führen und vorzuzeigen. Ihre behandelnde Ärztin bzw. Ihr behandelnder Arzt stellt Ihnen ab drei Medikamenten einen solchen Plan aus, der auch Anhaltspunkte für mögliche Wechselwirkungen geben kann.

Literaturtipp
Medikamenteneinnahme: Risiken vermeiden - Medikamente mit Abhängigkeitsrisiko:
4-K-Regel für den Umgang (DHS/BARMER GEK 2013)

Flyer zum Ausdrucken

13.06.2019

Nehmen Sie Medikamente nur nach Vorschrift ein

- und nur so lange wie nötig!

Vorsicht im Straßenverkehr

Mit dem Älterwerden steigt die Wahrscheinlichkeit körperlicher Veränderungen, die die Fahrfähigkeit beeinflussen, z. B.

  • nachlassende Sehkraft,
  • eingeschränkte Beweglichkeit oder
  • verlangsamte Reaktionen.

Viele Medikamente schränken die Fahrtüchtigkeit ein. Hierbei kann es verstärkt zu Wechselwirkungen bei der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten und/oder beim Konsum von Alkohol kommen wie z. B.

  • Schläfrigkeit oder
  • Gleichgewichtsstörungen.
13.06.2019

Wirkungen und Nebenwirkungen

Neben den erwünschten Wirkungen können Medikamente auch unerwünschte Nebenwirkungen zur Folge haben. Je älter die Menschen sind und je mehr Medikamente sie einnehmen, desto schwerer wird es für den Körper, damit umzugehen.

Sollten Sie nach der Einnahme eines neu verordneten Arzneimittels spürbare oder erkennbare Veränderungen an oder in Ihrem Körper wahrnehmen, beobachten Sie diese genau und zögern Sie nicht, Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt zeitnah davon in Kenntnis zu setzen.

Veränderungen im Organismus können im höheren Alter dazu führen, dass Medikamente verzögert wirken und deutlich länger im Körper bleiben als bei jüngeren Erwachsenen. Mögliche Gründe dafür sind z.B. ein verzögerter Abbau der Medikamente in der Leber und eine verlangsamte Ausscheidung durch die Nieren. Die Dosis einzelner Medikamente muss stets dem Lebensalter angepasst werden. Auch das Körpergewicht, das Geschlecht, der allgemeine Gesundheitszustand sowie die Medikation insgesamt sind zu berücksichtigen.